
EPS schützt empfindliche Technik zuverlässig – und stellt gleichzeitig hohe Anforderungen an den Umgang im Betrieb. Bei Kilchenmann setzen wir seit über 25 Jahren auf konsequente Trennung und Recycling. Ein Blick auf Prozesse, Zahlen und die Frage, wie Verantwortung im Alltag konkret umgesetzt wird.
Expandiertes Polystyrol, kurz EPS, ist im AV-Alltag allgegenwärtig, auch wenn wir es selbst nicht aktiv einsetzen. Viele Geräte, die bei uns ankommen, sind durch die Hersteller mit EPS verpackt. Das Material schützt empfindliche Technik zuverlässig beim Transport und sorgt dafür, dass Komponenten unbeschadet bei uns oder direkt bei unseren Kund*innen eintreffen.
Gerade bei hochwertiger Audio-, Video- und Kommunikationstechnik ist dieser Schutz entscheidend. Beschädigungen auf dem Transportweg führen nicht nur zu Verzögerungen, sondern auch zu zusätzlichem Ressourcenverbrauch durch Ersatzlieferungen oder Reparaturen. In diesem Spannungsfeld wird deutlich, weshalb EPS nach wie vor so verbreitet ist.
Gleichzeitig ist der Umgang mit diesem Material aus Nachhaltigkeitssicht anspruchsvoll.
Umgang bei Kilchenmann
EPS basiert auf Erdöl, ist nicht biologisch abbaubar und wird in der Praxis nur dann sinnvoll recycelt, wenn es sauber getrennt gesammelt wird. Da wir keinen direkten Einfluss auf die Verpackung durch Hersteller haben, setzen wir bei Kilchenmann bewusst bei der Handhabung im eigenen Betrieb an.
Der Umgang mit EPS hat sich bei uns über viele Jahre entwickelt. Während das Material früher – wie vielerorts – im brennbaren Abfall entsorgt wurde, begann vor rund 28 Jahren der Aufbau einer alternativen Lösung. Seither wird EPS bei uns konsequent getrennt, gesammelt und einem Recyclingkreislauf zugeführt.
Vom Abfall zum Wertstoff
EPS aus Installationen wird zurückgeführt, im Betrieb zwischengelagert und anschliessend regelmässig vor Ort zerkleinert. Dafür setzen wir einen speziellen Schredder ein, der das Material für den weiteren Recyclingprozess vorbereitet.
Das zerkleinerte EPS wird in speziellen Recyclingsäcken gesammelt. Sobald eine ausreichende Menge erreicht ist, wird die Abholung organisiert. Das Material wird anschliessend durch spezialisierte Partner weiterverarbeitet und wieder in den Kreislauf der EPS-Produktion zurückgeführt.
Wichtig ist dabei die saubere Trennung. Nur sortenreines EPS ohne Fremdstoffe kann effizient recycelt werden. Materialien mit ähnlicher Optik, aber anderer Zusammensetzung, müssen konsequent ausgeschlossen werden.
Eine Wiederverwendung des geschredderten Materials als Verpackung ist im Alltag nicht sinnvoll. Aufgrund der statischen Eigenschaften und der feinen Struktur würde es sich in Geräten festsetzen und beispielsweise Lüftungsschlitze beeinträchtigen.
Entwicklung der Materialmengen
Dass dieser Ansatz Wirkung zeigt, lässt sich auch an den Zahlen ablesen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Menge an EPS deutlich reduziert werden. Während im Jahr 2024 noch rund 113’000 Liter anfielen, waren es 2025 noch 81’000 Liter. Das entspricht einer Reduktion von 28.3 Prozent.
Diese Entwicklung ist das Resultat eines bewussteren Umgangs mit Materialflüssen und einer kontinuierlichen Optimierung interner Prozesse.
Recycling als Teil des Gesamtsystems
Das gesammelte und aufbereitete EPS wird in spezialisierten Anlagen weiterverarbeitet. Dort wird es sortiert, gereinigt und zu Granulat aufbereitet. Dieses Granulat dient wiederum als Ausgangsmaterial für neue Produkte, beispielsweise Dämmstoffe.
In der Schweiz funktioniert dieser Kreislauf heute sehr effizient. Ein grosser Teil des Materials kann wiederverwertet und erneut eingesetzt werden, wodurch der Bedarf an neuem Rohmaterial reduziert wird.
Wirtschaftlichkeit und Verantwortung
Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang auch, wirtschaftliche Aspekte mitzudenken. Die Sammlung und das Recycling von EPS verursachen Kosten, etwa für Recyclingsäcke und Logistik.
Gleichzeitig zeigt sich, dass sich dieser Aufwand lohnt. Bereits Ende der 1990er Jahre konnten wir durch die Umstellung auf ein separates Recycling die Entsorgung über den regulären Kehricht deutlich reduzieren. Dadurch entstanden Einsparungen, die die zusätzlichen Aufwände übersteigen.
Recycling ist in diesem Fall nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung.
Grenze und Einflussmöglichkeiten
Das Thema bleibt dennoch komplex. Alternative Verpackungslösungen sind nicht immer verfügbar oder erfüllen die gleichen Anforderungen an Schutz und Standardisierung. Gerade bei sensibler Technik und internationalen Lieferketten sind zuverlässige Verpackungen entscheidend.
Umso wichtiger ist es, die Stellschrauben dort zu nutzen, wo Einfluss besteht. Das betrifft die interne Organisation ebenso wie den Austausch mit Partnern und Herstellern.
So werden Nachhaltigkeitsthemen und Optimierungsmöglichkeiten regelmässig in Lieferantengesprächen besprochen und fliessen auch in unsere Lieferantenbewertung ein.
Ein kontinuierlicher Prozess
Der Umgang mit EPS zeigt exemplarisch, wie Nachhaltigkeit im technischen Umfeld funktioniert. Es geht weniger um vollständigen Verzicht als um einen bewussten Umgang mit bestehenden Materialien und Prozessen.
Für uns bedeutet das, Verantwortung dort zu übernehmen, wo wir direkten Einfluss haben. Gleichzeitig beobachten wir Entwicklungen im Markt und prüfen laufend, wie sich Prozesse weiter optimieren lassen.
So entsteht Schritt für Schritt ein Umgang mit Materialien, der sowohl den technischen Anforderungen als auch den ökologischen Zielen gerecht wird.


